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Nachstehend
finden Sie als Vorgeschmack die erste offizielle Leseprobe:
Die Höhen
und Tiefen, wie sie durch den Versuch sie in dem Buch für den Leser nachempfindbar
zu machen, beschrieben sind, handeln in einem Milieu, welches der Mehrheit der
Menschen wahrscheinlich für immer unzugänglich bleibt. Dennoch soll
dieses Werk mit einem kurzen Abriss meines Lebens nicht der Gloria und Selbstdarstellung
dienen, sondern jedem Menschen, egal ob Mann oder Frau, eine bittersüße
Warnung sein.Jedem von uns kann ohne bewusstem Verstehen in dieser oder ähnlicher
Form die Zerstörung seiner Existenz, jener seiner engsten Freunde und Familie,
und damit die gesellschaftliche Ausgrenzung widerfahren. Die endlosen
Nächte im Haftraum sind lediglich Bruchteile der Ewigkeit. Nur wer innehält
und den Blick auf sie richtet, sieht den Atem der Welt wie eine Sternschnuppe
vorüber huschen. Nur wer die Erinnerung an das Leben für die Ewigkeit
retten will, brennt Augenblicke auf Bilder, welche dieses Leben überdauern.
Zähigkeit, Geschick und Glück können dazu verhelfen, vieles vom
Leben Erwartete auch tatsächlich zu bekommen. Ich habe viel gegeben - zweimal
aber zuviel genommen. Dafür bezahlt zu haben, hat mich demütig gemacht.
Demütig auch dafür, anderen meiner Mitmenschen wieder Mut zu geben.
Viele menschliche Fehler passieren, wenn man mit Blindheit geschlagen ist.
Die Blindheit mit ihren Folgen ist eine harte Strafe. Es liegt an uns, die Blinden
wieder zum Licht zu führen. Die Freude, die Liebe, die Glückseligkeit,
die Tragödie und der Schmerz in meinem Leben fließen wie das legierte
Metall beim Guss einer Glocke, die mir auf dem Weg in die Ungewissheit meines
Lebens voran läutet. Ihr Gerhard Möser Buchautor von "Entführung
aus Liebe" ...... 25.Februar 1992, 15.00 Uhr Es machte
zweimal "Klick"! Das Geräusch von Handschellen - welches ich in
den folgenden Stunden, Tagen, Monaten, ja vielen Jahren immer wieder hören
würde ...! Ein Wagen hatte mit quietschenden Reifen unmittelbar neben mir
gestoppt und eine männliche Stimme drang an mein Ohr: "Gerhard - we
arrest you". Mit wenigen Schritten war der Mann neben mir, hielt mir den
Ausweis der FBI-Agenten unter die Nase. Während mir der zweite herbeigeeilte
Typ die Handschellen auf die Gelenke drückte, spürte ich einen messerscharfen
Schmerz mein Herz durchbohren. Schwindelgefühl und die Angst, von den weichgewordenen
Beinen nicht mehr getragen zu werden, war alles, was ich während der flüchtigen
Leibesvisitation registrierte. Das
"Klick" der Handschellen sollte mich die nächsten Jahre meines
Lebens begleiten. Erwischt, gefangen, eingesperrt. Immer wieder "Klick".
Das kalte Metall auf meinen Handgelenken, bisher immer nur gefühlt im Räuber-und-Gendarm-Spiel
mit meinem Sohn Sven, wurde zur Fessel meines Lebens. Von da an. Es
war ein schwüler und bewölkter Tag gewesen in Miama, die Luft zum Schneiden,
schwer, fett, heiß. Das Ralph-Lauren-Polo klebte längst an meinem Körper,
als ich zum Appartement von Nancy hetzte. Sie war offensichtlich nicht da. Wie
fast immer in den letzten Wochen. "Gerhard, ich brauche meine Privatsphäre",
hatte sie gesagt und weg war der Eintritt zur Liebe meines Lebens. Ich kritzelte
eine kurze Nachricht auf einen der Werbeprospekte, die vor der Tür lagen.
Eine liebe Nachricht an sie und ein sogenanntes Frauenmagazin hatte ich hinterlegt.
Sollte ich noch läuten? Nein, sinnlos. Dann wandte ich mich um, auf zum Weg
ins Verderben. Langsam
verließ ich den ersten Stock des Hauses in dem Nancy ihr Appartement hatte
und spazierte den Weg zwischen einer Unzahl von kleinen, mehr oder weniger schmucken
Häusern über das große Areal zurück. Es war ein ziemliches
Luxusparadies, gesichert durch eine hohe Mauer aus Backsteinen und einem schweren
schmiedeeisernen Tor, das auf Knopfdruck zur Seite glitt. Ich schob meine Magnetkarte
ein, tippte den Code. Wenigstens den hatte mir Nancy noch gelassen. Nicht das
Tor quietschte, es waren die Reifen eines rasend beschleunigenden Wagens. Wenige
Augenblicke danach ließ ich mich auf den Rücksitz des BMW, den die
Polizei eingesetzt hatte, fallen...... |